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Tierklinik Korneuburg Facebook 4 VETS Suchen Suchen

Die Orthopädische Chirurgie befasst sich mit Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates.
Dazu zählen angeborene Deformationen und Fehlstellungen oder auch alters- und belastungsbedingte Abnützung, sowie erworbene Veränderungen. In letzteres fällt der gesamte Bereich der Traumatologie, wie zum Beispiel die „Fenstersturz-Katze“ oder der vor das Auto gelaufene Hund.
Angeborene Gliedmaßenfehlstellungen wiederum stellen extrem behindernde und durch Überbelastung der Gelenke in weitere Folge, chronisch schmerzhafte Erkrankungen dar, welche die Lebensqualität Ihres Haustiers sehr beschränken können.
Durch die ständige Weiterentwicklung der chirurgischen Techniken sowie des medizinischen Equipment auf diesem Gebiet sind wir heutzutage in der Lage orthopädische Chirurgie auf einem sehr hohen Level zu betreiben.


Mag. Wolfgang Kneifel

Mag. Wolfgang Kneifel

Seit April 2015 haben wir mit Mag. Wolfgang Kneifel einen zusätzlichen Experten auf dem Fachgebiet der Veterinärchirurgie gewinnen können, der uns bei komplexen orthopädischen, neurochirurgischen sowie minimalinvasiven Operationen zur Seite steht.


Haben Sie Fragen haben? Gerne können Sie Ihm persönlich eine Email schreiben:
Email an Mag. Wolfgang Kneifel

Voruntersuchung und Diagnose:

Bevor es zur eigentlichen orthopädischen chirurgischen Versorgung kommt ist es wichtig eine detaillierte Voruntersuchung durchzuführen. Dazu zählen unter anderem:

  • digitales Röntgen
  • Ultraschallgerät für Muskel und Sehnenuntersuchungen
  • Endoskopie

1. Fraktur / Knochenbruch: orthopädische chirurgische Versorgung mittels Fixateur extern und Plattenosteosynthese

Knochenbrüche, zum Beispiel durch einen Unfall, müssen immer fachmännisch versorgt werden. Wenn Knochenenden gesplittert sind oder aus sonstigen Gründen voraussichtlich nicht achsengerecht zusammenwachsen werden, also einen Stabilisierung von außen (durch einen Verband) nicht ausreicht, werden diese Verletzungen chirurgisch versorgt. Bei gebrochenen Gelenken ist eine Operation immer anzuraten um starke Arthrosebildung bzw. Mobilitätsverlust zu vermeiden.
Bei der chirurgischen Stabilisierung kommen 2 verschiedene Methoden zur Anwendung:


1.1 Fixateur externe

(frz.; dt. ‚äußerer Festhalter‘) ist ein durch die Haut von außen („extern“) befestigtes Haltesystem, das dazu dient, einen Teil des Körpers ruhigzustellen. Dabei werden Bohrdrähte im Knochen verankert und nach erfolgtem Einrichten des Knochenbruches mit einer starren Vorrichtung (Metallstangen oder einem Kunststoffpolymer) außerhalb des Körpers fest verbunden. Nach Abheilung des Knochenbruches werden die Bohrdrähte wieder restlos entfernt.


1.2 Plattenosteosynthese:

Bei der Plattenosteosynthese wird die Fraktur mit einer Stahl- oder Titanplatte sowie Schrauben versorgt.
Diese Implantate werden direkt and den Knochen geschraubt, also nicht sichtbar unter der Haut. Die Platte sowie Schrauben können auch nach Ausheilung des Bruchs im Körper des Patienten belassen werden sofern dieser kein Abwehrreaktionen (Metallunverträglichkeit, Infektion, mechanische Irritation) gegenüber dem Implantat zeigt . Insbesondere an den langen Röhrenknochen sowie bei Beckenfrakturen kommt diese Technik zur Anwendung.


2. Orthopädische Chirurgische Versorgung eines Kreuzbandrisses bei Hund und Katze:

Der Riss des vorderen Kreuzbandes zählt bei mittel- und großrassigen Hunden zu den häufigsten Lahmheitsursachen. Katzen sind davon seltener betroffen. Der Riss des vorderen Kreuzbandes führt zu einer Instabilität des Kniegelenkes, zu einer Gelenksentzündung und infolge des vermehrten Gelenksspieles zur Arthrosebildung im Kniegelenk.

Bei der Voruntersuchung wird eine Ganganalyse im Schritt und Trab und eine genaue Untersuchung des Kniegelenkes durchgeführt. Vermehrte Gelenksfüllung, verdickte Gelenkskapsel und Schmerzen bei Streckung und Beugung des Kniegelenks deuten auf eine Gelenksentzündung hin.

4 verschiedene Möglichkeiten zur orthopädisch chirurgischen Versorgung:


2.1 TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy, Rotationsosteotomie des Tibiaplateaus)

Die Problemstellung bei einem gerissenen Kreuzband ist jene, dass durch die fehlende Stabilisierung durch das Kreuzband das Schienbein durch Auflage des Oberschenkelknochen nach vorne gedrückt wird, da der Oberschenkelknochen am sogenannten „Tibiaplateau“ nach hinten abgleitet.
Bei der Operation wird ein Teil des Schienbeinkopfes kreisförmig ausgeschnitten und so verdreht, dass das „Tibiaplateau“ weiter nach vorne geneigt ist und der Oberschenkelknochen somit nicht mehr nach hinten abgleiten kann. Das Knochensegment wird mit einer winkelstabilen Platte wieder verschraubt.
Ein wesentlicher Vorteil der TPLO: auch Patienten mit eingerissenem Kreuzband können operiert werden und man muss nicht warten bis dieses zur Gänze durchreißt.

TPLO Röntgen Seite, Tierklinik Korneuburg

TPLO Röntgen seitlich


TPLO Röntgen vorne, Tierklinik Korneuburg

TPLO Röntgen von vorne



















2.2 TTA (Tibial tuberosity advancement)

Bei dieser Methode wird ähnlich der TPLO die Biomechanik des Gelenks verändert. Während bei der TPLO der komplette Unterschenkelknochen mit einer Säge durchtrennt und in einer neuen Konfiguration wieder verplattet werden muss, kommt die TTA mit dem Durchtrennen und Verplatten eines kleinen, nicht Gewicht tragenden Teils am Unterschenkelknochen aus. Durch Implantation eines Titankäfigs wird der Ansatz des vorderen Kniescheibenbandes nach vorne verlagert und damit Kräfte vom defekten Kreuzband auf das vorder Kniescheibenband verlagert. Diese Operationsmethode und Ihre Modifikationen, wie MMT, MMP bzw. TTA_Rapid sind jedoch leider nicht für alle Kreuzband-Patienten geeignet.


2.3 MMT (Modified Maquet Technique)

Hier handelt es sich um eine Modifikation der TTA, die in ausgewählten Fällen zur Anwendung kommen kann. Der reduzierte Implantataufwand bedingt in diesen Fällen kürzere OP-Zeiten und Kosten.


2.4 Haltebandtechniken

Bei den Techniken mit Bandersatz (Kreuzbandplastik) werden körpereigene Bindegewebsstrukturen oder künstliche Materialien verwendet. An körpereigenem Ersatzmaterial werden entweder ein Faszienstreifen der Fascia lata, Sehnenanteile des Musculus semitendinosus, Musculus gracilis oder des Kniescheibenbandes verwendet. Sie werden inner- oder außerhalb der Gelenkskapsel im Verlauf des geschädigten vorderen Kreuzbandes eingebracht und sollen die Kräfte neutralisieren, die das defekte Band selbst nicht mehr aufnehmen kann.
Die Haltebandtechniken sind altbewährt und kostengünstiger und können bei älteren, weniger aktiven Patienten bis zu einem Körpergewicht von ca. 10kg auch sehr zufriedenstellende Ergebnisse liefern.


3. Orthopädische chirurgische Versorgung von Kniescheibenluxation bei Hund und Katze

Unter Patellaluxation versteht man das Herausspringen der Kniescheibe aus Ihrer „Gleitrinne“ am Oberschenkel. In den meisten Fällen wird dies durch ein O- oder X-Beinigkeit ausgelöst. Einige Hunderassen haben eine genetische Veranlagung zur Patellalluxation. Bei vielen davon muss vor der Zuchtzulassung eine Untersuchung auf Patellaluxation durch einen zertifizierten Untersucher durchgeführt werden.
Bei der chirurgischen Versorgung werden in der Regel 3 Korrekturen vorgenommen:


1) Die Gleitrinne wird vertieft um ein Herausspringen zu vermeiden
2) Gelenkskapsel und Bindegewebe auf der Gegenseite der Luxation werden gestrafft
3) Der Ansatz des geraden Kniescheibenbandes am Unterschenkel wird in die der Luxation entgegengesetzte Richtung verlagert, um die Tendenz zum Ausrenken zu reduzieren.

Bei den meisten Patienten bringt die Operation einen langfristigen Erfolg und eine erhebliche Erleichterung im Alltag.


4. Orthopädische chirurgische Versorgung von Ellbogengelenksdysplasie (ED)

Die Ellbogengelenkdysplasie ist eine Mangel der Passgenauigkeit des Gelenkes. Dies kann viele Ursachen haben wobei noch nicht alle Krankheitsmechanismen wissenschaftlich vollständig erklärbar sind.
Es gibt verschiedene Erscheinungsformen:


4.1 „Isolierter Processus Anconaeus“ (IPA)

Hier ist ein Knochenfortsatz (Processus anconaeus) der Elle im Rahmen des Wachstums nicht angewachsen. Deshalb wird dieses Krankheitsbild im angloamerikanischen Sprachraum auch als „ununited“, also unvereinigter Processus Anconaeus bezeichnet.


4.2 „Frakturierten Processus Coronoideus“ (FPC)

Hier kommt es zu einer Überlastung eines Gelenksfortsatzes der Elle. Zuerst entsteht meist eine Knorpelnekrose, die in eine Knochennekrose und in weiterer Folge in eine Absplitterung des besagten Gelenksteiles gipfelt.


4.3 Die Osteochindrosis Dissecans (OCD)

beschreibt hier einen Knorpeldefekt am inneren Rollhöcker des Oberarmes, wobei es zur Ablösung einer Knorpelschuppe kommen kann. Ausschließlich Junghunde sind von dieser Pathologie betroffen.
Die beschriebenen Erscheinungsformen können auch vergesellschaftete in Erscheinung treten und müssen so gut wie immer operativ versorgt werden. In den meisten Fällen wird hier die Arthroskopie (Gelenksspiegelung) zum Einsatz kommen.

Die oben genannten Fallbeispiele waren nur ein kleiner Ausschnitt aus der orthopädischen Praxis.
Sollten bei Ihrem, geliebten Vierbeiner Lahmheitsbeschwerden auftreten so raten wir umgehend zu einer telefonischen Kontaktaufnahme um eine zeitnahe, orthopädische Untersuchung bei uns zu vereinbaren. Bei weitem nicht alle Fälle müssen operativ versorgt werden doch durch weithin verbreitetes „Zuwarten“ wird traurigerweise häufig der Leidensweg unserer Patienten unnötig verlängert, beziehungsweise kann sich bei „verschleppten“ Fällen eine vollständige Wiederherstellung als überaus schwierig bis unmöglich erweisen.


„Wer schnell hilft, hilft doppelt“ – lautet auch hier das Motto!

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